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Mittwoch, 25. Juli 2012

Sind wir alle Attentäter?

Facebook-Verweigerer sind verdächtig. So scheint es in einem Artikel in "Der Tagesspiegel" rüber zu kommen.


Die Autorin Katrin Schulze wirft die Frage auf, ob die Abstinenz bei sozialen Netzwerken schon ein Indiz für einen Attentäter ist. Sie versucht diesen Eindruck sogar zu verstärken, indem sie in der Einleitung von mehreren Forschern spricht, die dieser Überzeugung sind. Im Text selbst allerdings findet sich nur ein Hinweis auf den Psychologen Richard E. Bélanger und nicht näher genannte Kollegen. Vermutlich gibt es die nicht einmal. Sie verweist auf eine Studie des besagten, in der er festgestellt haben will, dass "junge Menschen, die sich mit ihren Online-Aktivitäten sehr zurückhalten oder das Netz gar nicht nutzen, ähnlich häufig zu Depressionen und anderen psychischen Leiden neigen wie jene, die das Netz exzessiv nutzen." Für Jugendliche, die maximal zwei Stunden am Tag das Internet nutzen, sollen diese Risiken ausgeschlossen sein.

Dienstag, 26. Juni 2012

Sie wissen alles über dich

Facebooklogo


Sie wissen wirklich alles über dich. Versprochen.


We know what you're doing...

Mit diesen Worten ist die Webseite www.weknowwhatyouredoing.com überschrieben. Dabei handelt es sich um ein Experiment von Callum Haywood.

Auf der Startseite werden prominent Leute aufgelistet, die ihren Boss hassen, zu viel gefeiert haben, Drogen nehmen oder eine neue Telefonnummer haben.

Dabei geht es ihm gar nicht darum, diese Leute an den Pranger zu stellen. Er will nur zeigen, was mit der Graph-API von Facebook möglich ist und welche öffentlichen Informationen aus dem Sozialen Netzwerk herauszufiltern sind. Und dass das wirklich jeder machen kann, wird mehr als deutlich. Zudem gibt er aber auch Tipps, wie man seine Privatsphäre schützen kann.

Trotzdem ziemlich erschreckend. Auch im Hinblick darauf, was Leute alles öffentlich teilen.


[Bilder]
von Facebook.svg: Facebookderivative work: Ja nobasu (Diskussion) (Facebook.svg) [Public domain], via Wikimedia Commons
mag.png: Public Domain

Facebook ersetzt eMail-Adressen

Facebooklogo

Erst war es die Timeline. Nun hat Facebook bei allen Nutzern die eMail-Adresse im Profil geändert.


Seit April hat jeder Facebook-Nutzer eine eMail-Adresse in der Form "Nutzername@facebook.com". Wer bisher keinen Nutzernamen angegeben hat, erhielt eine Adresse in der Form "zufälligeNummer@facebook.com".

Bisher war es so, dass im Profil trotzdem immer die private eMail angezeigt wurde. Doch Facebook hat das - ungefragt - geändert. Nun wird standardmäßig die Facebook-Adresse angezeigt. Wer trotzdem seine private eMail anzeigen will, kann das auch weiterhin. Dazu muss man jedoch erst im Profil die neue Einstellung rückgängig machen.

Was Facebook mit diesem Schritt verfolgt, ist klar - Nutzerbindung. Es können über Facebook nicht nur eMails empfangen, sondern auch versendet werden. Und was für Facebook noch wichtiger sein dürfte. Alle eMails laufen dann über deren Server.


[Bild]
von Facebook.svg: Facebookderivative work: Ja nobasu (Diskussion) (Facebook.svg) [Public domain], via Wikimedia Commons

Sonntag, 24. Juni 2012

Louisiana: Triebtäter müssen sich bei Facebook outen

Ein Gesetz im Bundesstaat Louisiana soll Sexualstraftäter dazu zwingen, ihre Straftaten bei Facebook öffentlich zu machen. Eine vernünftige Entscheidung oder Menschenrechtsverletzung?


Das Gesetz sieht vor, dass Sexualstraftäter ihre Taten nicht nur bei Facebook, sondern auch bei anderen Sozialen Netzwerken veröffentlichen. Bei Zuwiderhandlung droht eine Geldstrafe bis zu 1000 USD und zwischen 2 und 10 Jahre Haft ohne Bewährung. In schweren Fällen sogar bis zu 3000 USD und zwischen 5 und 20 Jahre Haft ohne Bewährung.

Interessanterweise gibt es bei Facebook diese Passage in den Nutzungsbedingungen.

4. Registrierung und Sicherheit der Konten
    ...
    6. Du wirst Facebook nicht verwenden, wenn du ein verurteilter Sexualstraftäter bist.
    ...

Was macht der Sexualstraftäter nun? Ändert er seinen Status nicht und gerät, sofern er in Louisiana wohnt, mit dem Gesetz in Konflikt? Oder ändert er den Status, was einer Verwendung von Facebook gleichkommt, und verstößt damit gegen die Nutzungsbedingungen. Das dürfte jedoch zur Folge haben, dass die Anwälte von Facebook ihm im Nacken sitzen. Er kann also nur die dritte Option wählen, und zwar den Account bei Facebook löschen.

Ihr seht schon, worauf ich hinaus will. Dieses Gesetz verfolgt nicht nur den Schutz von Kindern oder anderer gefährdeter Gruppen. Es proklamiert die soziale Ausgrenzung von Minderheiten.

Ich bin dafür, dass unsere Kinder vor Sexualstraftätern geschützt werden. Ganz klar. Dennoch darf ich meine Augen nicht verschließen, wenn im gleichen Zug eine Menschenrechtsverletzung begangen wird.


[Quelle]
CNN
Caschys Blog

[Bild]
Public Domain